|
|
|
Die Entstehung des Bieres kann heute nur sehr ungenau datiert werden. Im
britischen Museum in London sind 2 Schiefertafeln ausgestellt, die im Jahre 1926
von einem Wissenschaftler auf ein Alter von etwa 9000 Jahren datiert worden
sind. Nach Meinung dieses Mannes, E. Huber, handelt es sich bei den Abbildungen
auf diesen Tafeln um das Schroten des Emmers (einer vorzeitlichen Getreidesorte,
die zur Bierherstellung verwendet wurde). Er schloß daraus, daß es sich um den
möglicherweise ältesten Nachweis der Bierherstellung handeln müsse. Neuere
Forschungen ergaben ein vermutlich jüngeres Alter der Tafeln und ziehen auch
die Verbindung zum Brauprozeß in Zweifel. Sumerer Das Land
der Sumerer umfaßte das südliche Mesopotamien (auch Zweistromland genannt -
zwischen Euphrat und Tigris gelegen). Durch einen Zufall entdeckten die Sumerer
den Gärungsprozeß. Was sich damals genau zugetragen hat, weiß heutzutage natürlich
niemand mehr genau, aber es könnte sein, daß ein einfaches Stück Brot naß
geworden ist und schlicht vergessen wurde. Nach kurzer Zeit begann das Brot zu gären
und somit entstand ein "berauschender" Brei. Die Sumerer verstanden
es, diesen Prozeß zu wiederholen und brauten somit als vermutlich erstes
Kulturvolk dieser Erde Bier. Sie hatten ein "göttliches Getränk"
entdeckt, welches sie ihren Göttern als Opfer darboten. Im 2. Jahrtausend vor
Christus zerfällt das sumerische Reich und die
Babylonier
Ägypter führten
die Tradition des Bierbrauens fort. Auch Sie benutzten direkt den ungebackenen
Brotteig zur Bierherstellung. Noch heute stellen Bauern am Nil, die sogenannten
Fellachen, ihr Bier auf diese Weise her. Die Ägyter gaben dem Sud Datteln
hinzu, damit das Bier schmackhafter wurde. Welche Bedeutung das Bierbrauen auch
im antiken Ägypten hatte, läßt sich an der Tatsache erkennen, daß die ägyptischen
Schriftgelehrten ein eigenes Schriftzeichen für die Brauer einführten
Gilgamesch
Enkidu, ein zottiger, beinahe tierhafter Urmensch, der Gras frißt und wilde Tiere melken kann, will seine Kräfte mit dem halbgottähnlichen Herrscher Gilgamesch messen. Gilgamesch schickt Enkidu, um mehr über dessen Stärken und Schwächen zu erfahren, vorsichtshalber eine Dirne, mit der Enkidu sich eine Woche lang vergnügt . Die Dirne lehrt Enkidu die Zivilisation: "(..)nicht wusste Enkidu, was Brot war und wie man es zu Essen pflegt. Auch Bier hat er noch nicht gelernt trinken. Da öffnete die Dirne Ihren Mund und sprach zu Enkidu: "Iss nun das Brot, o Enkidu, denn das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es ist des Landes Brauch. (...)" Enkidu trank sieben Becher Bier und Ihm wurde leicht ums Herz. In dieser Verfassung wusch er sich und wurde so ein Mensch. Nach der Ablösung der Ägypter durch Griechen und
Römerwurde Bier weiterhin gebraut. Plinius berichtet von der Beliebtheit des Bieres im Mittelmeerraum bevor dort der Weinanbau Fuß faßte. In Rom selbst wurde der Wein zum Getränk der Götter (Bacchus). Nur in den Außenbezirken des römischen Imperiums, dort wo Wein nur schlecht gedieh, wurde Bier gebraut. Für die Römer, die fast nur Wein tranken, war Bier ein abscheulicher Trank der Barbaren. Tacitus, der als erster einen ausführlichen Bericht über die
Germanenverfaßte, schrieb: "Als Getränk haben die Germanen ein schauerliches Gebräu, aus Gerste oder Weizen gegoren, ein Gebräu, welches mit Wein eine sehr entfernte Ähnlichkeit hat".Das Bier in der damaligen Zeit war kaum haltbar, trüb und schäumte so gut wie überhaupt nicht.
|
| ||||||||||||||||||||